Schwäbisches zum Zähne klappern

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H-babe
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Schwäbisches zum Zähne klappern

Beitragvon H-babe » 18.10.2012 13:14

Zwei Frauen unterhalten sich nach der Kirche. Plötzlich meinte die Eine: "Marie, i muaß etzt schnell hoam, soscht frisst mr mei Ma da ganza Sonndichsbroda."
Sagt die Andere: "Luis, des ka mr ed passiera. I nemm äwel meim Ma sei Gbiss mit end Kirch´."


In seiner Kinderzeit verbrachte ein Junge seine Ferien immer in Donnstetten auf der schwäbischen Alb.
In der Familie lebte auch eine alte Großmutter, d´Ahna. Die Ahna war sehr geizig.
Oft, zu oft in ihren Augen, waren Freunde ond Stondaleit bei der Familie eingeladen.
Wenn es Sauerkraut mit Beilagen gab und es schmeckte, würgte die Ahna ihr Gebiss aus dem Mund und kratzte es dann mit einem kleinen Küchenmesser ab. Mit den Fingern zog sie die Sauerkrautfäden heraus und schob sie in den Mund. Schmatzend schlotzte sie nun vollends ihre Zähne ab und legte sie gereinigt auf ihren leeren Teller zurück.
Der Zweck war erfüllt, den Gästen verschlug es den Appetit und keiner schöpfte mehr nach.

Im Allgäu gibt es ja die Erbhöfe und ganz früher war es so.
Ein Sohn wurde Bauer, der andere wurde Knecht - oder studierte.
Die Geschichte spielt in Isny.
Der Gustel war Knecht bei seinem Bruder, ein lustiger Mann, alle hatten ihn gerne.
Nur mit dem Geld haperte es bei ihm.
Beim Faschingsball konnten es sich die reichen Bauern und der Bürgermeister gut leisten, Bratwürste zu essen. Dem Gustel hat es nur zu einem Getränk gereicht.
Fröhlich Witze erzählend, ging er durch die Tischreihen.
Beim Bürgermeister blieb er in dem Moment stehen, als die Bratwürste serviert wurden.
Da nahm der Gustel sein Gebiss heraus, legte es auf den Teller mit den Bratwürsten und sagte: "Do, Herr Bürgermeister, nemmet se mei Gebiss. No kennet se de Bratwürscht besser beißa!"
Entsetzt erwiderte der Bürgermeister: "Dia Würscht kascht selber essa!"
Der Gustel ließ sich das nicht zweimal sagen.
Großes Gelächter am Tisch und der Gustel hat das noch öfter gemacht.

Oma war zum zweiten Frühstück bei ihrer Tochter eingeladen.
Die beiden Enkel, damals zehn und zwölf, wurden gefragt, ob sie am Morgen auch ordentlich die Zähne geputzt hätten.
"Jaaa!" erklang es gedehnt, so dass man daran zweifeln konnte.
Da hat die Oma ihre Zahnprothese aus dem Mund geholt und diesen weit aufgerissen.
"Wenn´r amol so ald send wia i, net so aussea wellat, no butzadr eire Zee, solangr no älle hend!"
Das zeigte Wirkung.

Im Waiblinger Krankenhaus sollte eine junge Krankenschwester ( 1. Lehrjahr ) am Abend den älteren Patienten behilflich sein und die Zahnprothesen reinigen.
Dazu nahm sie eine Waschschüssel und sammelte die Gegenstände ein, um sie im Bad einer Reinigung zu unterziehen.
Die Arbeit war schnell erledigt und nun erkannte die Schwester ihr Problem. Wem gehörte welche Zahnprothese.
Am nächsten Morgen unterhielten sich beim Frühstück zwei ältere Herrschaften. Der Eine, holte seine Zahnprothese aus dem Mund und meinte zum Anderen: "Die passt mr net, i glaub dia ghört dir!"
Woraufhin sein Gegenüber sie dankbar annahm und in den Mund steckte.

Ich wünsche allen einen weiteren
G U T E N A P P E T I T !
Ich fahre gemütlich!!!
Heizen tue ich nur im Winter!!!

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